Kyu-Heft nur Fragen Antworten

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__rendered_path__1 Image_181_0 __rendered_path__3 Image_192_0 Image_203_0 Image_204_0 Image_205_0 Image_206_0 Image_207_0 Image_208_0 Image_209_0 Image_182_0 Image_183_0 Image_184_0 Image_185_0 Image_186_0 Image_187_0 Image_188_0 Image_189_0 Image_190_0 Image_191_0 Image_193_0 Image_194_0 Image_195_0 Image_196_0 Image_197_0 Image_198_0 Image_199_0 Image_200_0 Image_201_0 Image_202_0 __rendered_path__33 __rendered_path__34 __rendered_path__35 __rendered_path__36 __rendered_path__37 __rendered_path__38 __rendered_path__39 __rendered_path__40 __rendered_path__42 __rendered_path__43 __rendered_path__44 __rendered_path__46 __rendered_path__47 __rendered_path__48 __rendered_path__49 __rendered_path__50 __rendered_path__51 __rendered_path__52 __rendered_path__53 __rendered_path__54 __rendered_path__55 __rendered_path__56 __rendered_path__57 __rendered_path__58 __rendered_path__59 __rendered_path__61 __rendered_path__62 __rendered_path__63 __rendered_path__64 __rendered_path__65 __rendered_path__66 __rendered_path__67 __rendered_path__68 __rendered_path__69 __rendered_path__70 __rendered_path__71 __rendered_path__72

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Of zielles
PRÜFUNGSPROGRAMM
des
Österreichischen Judo Verbandes (ÖJV)
für den
__rendered_path__9
6. bis 1. Kyu

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THEORIETEIL ZUM KYU-PROGRAMM
MÄRZ 2013
zur 11. überarbeiteten Au
age 2011
3. Au
age 2013
Herausgeber: Österreichischer Judo Verband (ÖJV)
Für den Inhalt
verantwortlich: Österreichisches Dankollegium
Textgestaltung: Gerhard Bucina, Rudolf Eitelberger, Paul Fiala,
Dr. Hans Müller-Deck, Erwin Schön, Gerhard Jungwirth
Inhalt Copyright © by Österreichischer Judo Verband
Bilder Copyright © by Österreichischer Judo Verband und Erwin Schön
Alle Rechte vorbehalten!

Page 4
Diese Broschüre ist der 2. Teil der Kyu-Prüfungsbestimmungen des
Österreichischen Judo Verbandes. Hier
ndest du die Antworten zu
den Prüfungsfragen.
Diese Broschüre wird ständig aktualisiert, sodass die Antworten
und die Fragen stets den gültigen Bestimmungen der IJF, EJU und
des ÖJV entsprechen.
Damit bist du immer auf dem Laufenden und sowohl für deine Kyu-
Prüfung, also auch für die kommenden Wettkämpfe optimal vorbe-
__rendered_path__1__rendered_path__17
reitet.

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ÖJV
6

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6/5. Kyu (Weißgurt mit gelben Enden)
__rendered_path__5
Theorie
__rendered_path__66
Folgende Fragen sollst du beantworten können:
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1. Was ist Judo?
Judo ist ein Zweikampfsport. Sein Ursprungsland ist Japan. Seine Techniken wurden von den
alten japanischen Kriegern (Samurai oder Bushi) übernommen.
2. Wie soll die Bekleidung eines Judoka aussehen (Grundbegriffe)?
Die Kleidung eines Judoka heißt Judogi. Sie besteht aus folgenden Einzelstücken:
• Hose (Zubon)
• Jacke (Kimono)
• Gürtel (Obi)
• Weibliche Judoka sollen ein weißes T-Shirt oder einen kurzärmeligen Einteiler unter dem
Kimono tragen.
• Außerdem gehören zu einer vollständigen Kleidung Turn- oder Hausschuhe.
3. Welche hygienischen Grundsätze gibt es im Judo?
• Der Judoka sollte selbst auf eine entsprechende Sauberkeit achten. Dazu gehört, dass seine
Hände und Füße immer sauber, die Finger- und Zehennägel gep
egt und kurz geschnitten
sind und er stets einen reinen Judogi in einem guten Zustand (keine Einrisse, usw.) trägt.
• Außerdem hat er darauf zu achten, dass er keine metallenen oder harten Gegenstände wie
Ringe, Ohrringe, Ohrstecker, usw. trägt.
Judoka mit langen Haaren, sollen diese zurück binden (z.B. mit einem Gummiband).
4. Wie zeigt der Judoka, dass er für seinen Partner verantwortlich ist?
• Er sichert bei Würfen immer seinen Partner.
• Er führt die Technik nicht weiter, sobald der Partner abklopft oder durch Zuruf aufgibt.
5. Wie lauten die wichtigsten Kommandos des Kampfrichters?
Hajime (gesprochen „haschime“) .............................................„beginnen“, anfangen, los
Mate .........................................................................................„warten“, lösen
Sore-made ...............................................................................„das ist alles“, Kampfende
ÖJV - 6/5. Kyu
7

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__rendered_path__4 __rendered_path__5
ÖJV - 6/5. Kyu
8

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5. Kyu (Gelbgurt)
__rendered_path__5
Theorie
__rendered_path__7
1. Nenne und zeige weitere wichtige Kommandos und Handzeichen des
Kampfrichters.
KOMMANDO
BEDEUTUNG IM WETTKAMPF
__rendered_path__44
Osae-komi ..................................................Haltegriff;
__rendered_path__4
(Osae-komi) Toketa ....................................Haltegriff gelöst;
Sono-mama ................................................„nicht bewegen“, gilt für beide Kämpfer;
Yoshi ...........................................................„weitermachen“, nach Sono-mama.
2. Was ist im Judo nicht erlaubt?
Im Judo sind unter anderem folgende Dinge nicht erlaubt:
• Beißen
• Zwicken
• in das Gesicht greifen
• Finger umbiegen
• jede Art von Schlägen und Tritten
• unfair kämpfen
• den Partner absichtlich verletzen.
3. Was ist bei Hebelgriffen erlaubt?
Im Judo darf nur das Ellbogengelenk gehebelt werden. Der Hebelgriff ist sofort zu lösen, wenn
der Partner abklopft oder auf andere Weise zeigt, dass er sich geschlagen gibt.
ÖJV - 5. Kyu
9

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ÖJV - 5. Kyu
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5/4. Kyu (Gelbgurt mit orangen Enden)
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Theorie
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1. Was ist bei Würgetechniken erlaubt?
Im Judo ist das Würgen nur mit dem Unterarm oder mit Hilfe des Kragens oder Revers der
Jacke erlaubt. Das Würgen mit bloßen Händen ist verboten. Der Würgegriff ist sofort zu lösen,
wenn der Partner abklopft oder auf eine andere Weise erkennen lässt, dass er sich geschlagen
__rendered_path__5
gibt!
2. Welche Wertungen gibt es, wie lange muss ein Osae-komi dafür
gehalten werden?
WERTUNG BEDEUTUNG IM WETTKAMPF
ERFORDERLICHE OSAE-KOMI-ZEIT:
__rendered_path__4
Ippon.............. voller Punkt (10 Wertungspunkte) ...............Festhaltegriff 20 Sekunden
__rendered_path__69
Waza-ari ........ halber Punkt (7 Wertungspunkte) ................Festhaltegriff zwischen 15 und 19 sec.
Yuko
............... „technischer Vorteil“ (5 Wertungspunkte) ....Festhaltegriff zwischen 10 und 14 sec.
3. Wie sieht die Wettkampf äche aus?
Image_27_0
Die Wettkampf
äche hat
eine Abmessung von min-
destens 14 x 14 m (ÖJV
bei U16 13 x 13 m) und
maximal 16 x 16 m. Sie
besteht aus folgenden
Zonen:
a) Sicherheits äche: di-
ese muss mindestens
3 m breit sein;
b) Kampf äche: diese
hat eine Abmessung
von mindestens 8 x 8
m (ÖJV bei U16 7 x 7
m) bis maximal 10 x
10 m.
Bei Olympischen Spie-
len, Weltmeisterschaften
und Masters 10 x 10 m
mit einer Sicherheits
ä-
che von 4 m.
ÖJV - 5/4. Kyu
11

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__rendered_path__4 __rendered_path__5
ÖJV - 5/4. Kyu
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Osae-komi
(Osae-komi) Toketa
Sono-mama/Yoshi
Mate
4. Kyu (Orangegurt)
Theorie
1. Wie sehen die Handzeichen des Kampfrichters aus?
Image_34_0
Ippon
Waza-ari
Waza-ari awasete
Image_35_0Image_36_0
Ippon
Image_38_0Image_39_0
Falsche Attacke
Inaktivität
Eine Strafe
Image_42_0
(Scheinangriff)
verhängen
Image_43_0
ÖJV - 4. Kyu
__rendered_path__5
Yuko
__rendered_path__4__rendered_path__7
Den Arzt auf die
Image_37_0
Matte rufen
Image_40_0
Siegerverkündung
Image_41_0Image_44_0Image_45_0Image_46_0
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2. Welche Kriterien müssen bei Wurftechniken erfüllt sein, um mit Ippon oder
Waza-ari bewertet zu werden?
Um eine Wurftechnik mit Ippon bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
• Kontrolle
• Kraft und Schwung
• Auftreff
äche ist der Rücken
Um eine Wurftechnik mit Waza-ari bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
• Kontrolle
• teilweises Fehlen eines der anderen Kriterien für Ippon
3. Wie entsteht ein Waza-ari awasete Ippon?
Wenn ein Wettkämpfer in einem Kampf den zweiten Waza-ari erreicht, so hat der Kampfrichter
„Waza-ari awasete Ippon“ anzusagen. (Waza-ari ist die einzige Wertung, die addiert wird!)
4. Welche Bestrafungsstufen gibt es?
Im Judo gibt es folgende Bestrafungsstufen:
__rendered_path__4
Shido ............................ Ermahnung
Hansokumake
.............. Disquali
kation
Shido ist ein Hinweis, eine Ermahnung. Dabei ist zu beachten, dass man mehrmals Shido be-
kommen kann.
STRAFE
BEDEUTUNG IM WETTKAMPF
WERTUNG FÜR DEN GEGNER
__rendered_path__91
Shido 1 ..................... Ermahnung ..................................................keine
Shido 2 ..................... Ermahnung ..................................................keine
Shido 3 ..................... Ermahnung ..................................................keine
Shido 4 = Hansokumake =
Disquali
kation/Ausschluss ................
Ippon
Hansokumake
ist gleich eine Disquali
kation. Diese Strafe entspricht einem
Ippon
für den Geg-
ner. Wird ein Judoka wegen eines „schweren Verstoßes“ (z.B. von hinten das Standbein von
innen wegfegen, Überstrecken der Wirbelsäule, etc.) mit Hansokumake bestraft („Direkt-Hanso-
kumake“), so scheidet er für den ganzen Bewerb aus.
Es gibt drei Ausnahmen für ein direktes Hansokumake, wo der bestrafte Kämpfer im Bewerb
verbleibt:
• bei einer Nackenrolle (Eintauchen),
• wenn der Judogi nicht den Wettkampfregeln entspricht,
• bei jeden Angriff oder jeder Verteidigung im Stand, bei dem mit einer oder beiden Händen
oder Armen unterhalb des Gürtels des Gegners gergriffen wird.
ÖJV - 4. Kyu
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4/3. Kyu (Orangegurt mit grünen Enden)
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Theorie
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1. Welche Kriterien müssen bei Wurftechniken erfüllt sein, um mit Yuko be-
wertet zu werden?
Um eine Wurftechnik mit Yuko bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein:
• Kontrolle
• teilweises Fehlen von zwei der anderen Kriterien für Ippon
• die Auftreff
äche muss mindestens die Körperseite sein
Hinweis: Egal wie viele Yuko-Wertungen ein Kämpfer in einem Kampf erhält, er bekommt
keine höhere Wertung dafür!
2. Welche Aufgaben hat der Kampfrichter?
• Der Kampfrichter leitet den Kampf und beurteilt die Aktionen der Kämpfer. Der Kampfrichter
__rendered_path__5
be
ndet sich auf der Kampf
äche.
• Der Kampfrichter auf der Matte wird von zwei weiteren Kampfrichtern unterstüzt, welche
ihren Platz beim Tisch der Videoüberwachung haben und mit diesem über ein Funk-Kom-
munikationssystem verbunden sind. Sie schalten sich ein, wann immer sie es für notwendig
erachten.
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3. Wie ist Judo entstanden?
Der Begründer des modernen Judo ist Prof. Jigoro KANO (1860 - 1938). Er studierte verschie-
dene Stilrichtungen des alten JIU-JITSU, das ursprünglich von den Samurai im Kampf ange-
wendet wurde. Er fasste das seiner Meinung nach Beste aller Schulen zusammen, ordnete die
Techniken und gründete im Jahre 1882 seine Judo-Schule, die er KODOKAN (Schule für das
Studium des Weges) nannte. Der Kodokan in Japan besteht noch heute und gilt auf der ganzen
Welt als Zentrum des Judo. Zu Beginn wurde der Kodokan von den alten Jiu-Jitsu Schulen we-
nig beachtet. Es musste erst durch viele Wettkämpfe bewiesen werden, dass Judo den alten
Stilrichtungen überlegen ist. Schon vor dem zweiten Weltkrieg versuchten Jigoro Kano und
seine Schüler persönlich, Judo auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Doch wirklich auf allen
Kontinenten Fuß fassen konnte Judo erst nach dem zweiten Weltkrieg. 1948 wurde die Europä-
ische Judo Union und 1952 die Internationale Judo Föderation gegründet. Das erste Mal stand
Judo 1964 auf dem Programm der Olympischen Spiele, als Zugeständnis an das Veranstalter-
land Japan. Seit 1972 gehört Judo, als erste asiatische Zweikampfsportart, zu den olympischen
Sportarten und 1992 ist auch Frauen-Judo zu einem olympischen Bewerb geworden (1988 war
Frauen-Judo Vorführbewerb).
ÖJV - 4/3. Kyu
15

Page 15
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ÖJV - 4/3. Kyu
16

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3. Kyu (Grüngurt)
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Theorie
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1. Für welche verbotenen Handlungen wird man mit Shido bestraft?
Mit Shido wird ein Judoka bestraft, wenn er einen leichten Verstoß im Wettkampf begeht. Dazu
zählen:
• Verweigern des Griffes
• Scheinangriff
• einseitiges Fassen
• Inaktivität
• mit Stößen oder Tritten den Griff des Gegners zu lösen
• Umbiegen der Finger des Gegners
• absichtlich die Kampf
äche ohne Aktion zu verlassen
• Anwendung der Beinschere (Dojime) an Rumpf, Hals oder Kopf von Uke
• mit dem Jackenende oder Gürtel zu würgen
• bei extrem defensiver Haltung
Hinweis:
Weitere verbotene Handlungen, die mit
Shido
bestraft werden,
ndest du in den
Wettkampfregeln des Österreichischen Judo Verbandes!
2. Wann verkündet der Kampfrichter „Mate“?
Der Kampfrichter hat in folgenden Fällen den Kampf mit „Mate“ zu unterbrechen:
• wenn einer oder beide Kämpfer die Matte verlassen
__rendered_path__4
• wenn einer oder beide Kämpfer eine verbotene Handlung begehen
• wenn einer oder beide Kämpfer verletzt werden oder eine ärztliche Untersuchung benötigen
• wenn in „Ne-waza“ kein Fortschritt zu erkennen ist
• wenn einer oder beide Kämpfer aus „Ne-waza“ wieder in eine stehende oder fast stehende
Stellung kommen
• immer dann, wenn es der Kampfrichter für notwendig hält.
3. Wie läuft ein Wettkampf ab?
Nennung über JAMA bis zum angegebenen Termin oder am Wettkampfort, je nach Ausschrei-
bung. Nach dem Eintreffen der Kämpfer am Wettkampfort und der Nennung bei der Wettkampf-
leitung läuft die Wettkampfveranstaltung wie folgt ab:
• Nennung mittels Nennbogens aus der JAMA (Judo Ablauf und Mitglieder Administration)
durch den Verein oder direkt bei der Abwage mittels Judo-Pass und Strichcode
ÖJV - 3. Kyu
17

Page 17
• Abwage mit Kontrolle des Judo-Passes und des ärztlichen Attestes
Hinweis: Alle SchülerInnen benötigen für die Altersklassen U10, U12 und U14 einmalig ein
ärtzliches Attest. Ab der Altersklasse U16 ist nochmals einmalig ein neues ärzt-
liches Attest vorzuweisen.
Gemäß Meldeordnung Punkt 2.2 müssen alle Judoka, die an Meisterschaften und/
oder Turnieren in Österreich ab der Altersklasse U16 teilnehmen, ihre Nationali-
tät vom Österreichischen Judoverband in JAMA bestätigen lassen (Reisepassko-
pie an ÖJV-Büro senden)!
• Auslosung der Wettkampfpaarungen in den Gewichtsklassen
• Aufwärmen vor jedem Kampf
• Aufruf zum Wettkampf mit anschließendem Kampf
• in den Kampfpausen warm halten (Trainingsanzug, Socken, Bewegung, usw.)
• zwischen den Kämpfen hat ein Judoka mindestens 10 Minuten Erholungspause
• Siegerehrung
• Bei Wettkämpfen mit möglicher Dopingkontrolle müssen alle StarterInnen bis zur Siegereh-
rung anwesend bleiben!
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ÖJV - 3. Kyu
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3/2. Kyu (Grüngurt mit blauen Enden)
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Theorie
__rendered_path__8
1. Für welche verbotenen Handlungen erhält man Hansokumake?
Hansokumake erhält ein Judoka, wenn er bereits dreimal mit Shido bestraft wurde und aber-
mals irgendeine verbotene Handlung begeht, oder wenn er einen schweren Verstoß gegen die
Wettkampfregeln begeht:
• Anwendung von Kawazu-gake (den Gegner zu werfen, indem man ein Bein um das Bein des
Gegners schlingt, während man mehr oder weniger in die gleiche Richtung schaut wie der
Gegner und ihn mit Hilfe dieses Beinhebels wirft),
• eine Hebeltechnik an einem anderen Gelenk als dem Ellbogen anzusetzen,
• einen Gegner, der auf dem Rücken liegt, von der Tatami hochzuheben, um ihn dann wieder
auf die Tatami hinunter zu stoßen,
• das Standbein des Gegners von innen wegzufegen, wenn dieser eine Technik wie „Harai-
goshi“ etc. ausführt,
• Aktionen auszuführen, die den Hals oder die Wirbelsäule des Gegners verletzen könnten,
• die Anweisungen des Kampfrichters nicht beachten,
• auf der Matte zu sprechen,
• sich während der Ausführung von Techniken wie „Ude-hishigi-waki-gatame“ direkt auf die
Tatami fallen zu lassen,
• sich bei der Ausführung von „Uchi-mata“ oder ähnlichen Techniken sich mit dem Kopf auf der
Matte abzustützen (Nackenrolle),
• sich absichtlich nach hinten fallen zu lassen, wenn sich der Gegner am Rücken festhält,
• harte oder metallene Gegenstände zu tragen (bedeckt oder unbedeckt),
__rendered_path__4
• wenn der Judogi nicht den Wettkampfregeln entspricht.
• direkte Angriffe oder Blocks mit einer oder beiden Händen oder Armen unterhalb des Gürtels
des Gegners (schon beim ersten Mal = Hansokumake, ab 1.1.2010)
• Jede Handlung, die gegen den Geist des Judo verstößt (ab 1.1.2010)
__rendered_path__5
Hinweis:
Weitere verbotene Handlungen, die mit
Hansokumake
bestraft werden,
ndest du
in den Wettkampfregeln des Österreichischen Judo Verbandes!
2. Wann wird Osae-komi angesagt?
Osae-komi wird vom Kampfrichter angesagt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:
• der Festgehaltene muss von Tori kontrolliert werden
• die Kontrolle kann von oben, von der Seite oder vom Kopf her erfolgen (den Kopf alleine zu
halten – sogenannter „Schwitzkasten“ – ist kein Osae-komi)
• der Rücken oder zumindest eine Schulter des Festgehaltenen muss mit der Matte in Kontakt
sein
ÖJV - 3/2. Kyu
19

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Uke darf weder ein Bein noch beide Beine von Tori mit seinen Beinen vollständig umschlun-
gen haben
• mindestens ein Kämpfer muss mit irgendeinem Körperteil die Kampf
äche berühren.
3. Welche Österreicher haben sich um den Judo-Sport besonders verdient
gemacht?
Zur Beantwortung dieser Frage könnten viele Namen genannt werden. Hier sollen nur einige
wenige erwähnt werden, die sowohl in der Organisation als auch auf dem Gebiet des Wett-
kampfes einen wesentlichen Beitrag für den Judo-Sport in Österreich geleistet haben.
Als Pioniere unseres Sportes können genannt werden:
Ing. Ottokar KLIMEK ................... erster DAN-Träger und erster Vertreter des Judo in Öster-
reich
Edmund GABRIEL ...................... Nestor des Judo-Sportes in Österreich (verstorben 1997)
Prof. Franz NIMFÜHR .................. Gründungsmitglied und Präsident des Österreichischen
Amateur Judo Verbandes bzw. ÖJV, Gründungsmitglied
der heutigen EJU, erster internationaler Kampfrichter in
Österreich (verstorben 1995)
Prof. Kurt KUCERA ..................... langjähriger Präsident des ÖJV, ehemaliger Präsident
der EJU und Vizepräsident der Internationalen Judo Fö-
deration, ehemaliger Vorsitzender der Österreichischen
Bundessportorganisation und Vizepräsident des Österrei-
chischen Olympischen Komitees, sowie Ehrenpräsident
des ÖJV (verstorben 2004)
Als besonders erfolgreiche Wettkämpfer können genannt werden:
Robert JAQUEMOND .................. erster österreichischer Europameister (1952).
Peter SEISENBACHER ............... erster österreichischer Judo-Olympiasieger (1984 und
1988), erster österreichischer Judo-Weltmeister (1985),
Europameister (1986)
Edith HROVAT ............................. erste österreichische Judo-Weltmeisterin (1980) in der
Klasse bis 52 kg und 8-fache Europameisterin.
__rendered_path__4
Dr. Gerda WINKLBAUER ............ erste österreichische Judo-Weltmeisterin (1980) der Klas-
se bis 56 kg und 5-fache Europameisterin.
Claudia HEILL .............................. 5. Platz bei den Olympischen Spielen in Peking 2008,
Olympiazweite in Athen 2004, Vizeeuropameisterin 2005
in Rotterdam und 1998 in Paris.
__rendered_path__5
Österreichs derzeit bekannteste Judoka sind:
Ludwig PAISCHER ...................... Olympiazweiter bei den Spielen 2008 in Peking, Europa-
meister 2008 in Lissabon und 2004 in Bukarest, Vizewelt-
meister 2005 in Kairo, 2006 gewann er als erster Öster-
reicher den Jigoro Kano-Cup in Tokyo.
Sabrina FILZMOSER ................... Europameisterin 2008 in Lissabon, Vizeeuropameisterin
2010 in Wien, Bronze bei der WM 2005 in Kairo und 2010
in Tokyo, 5-fache Militär-Weltmeisterin.
.
ÖJV - 3/2. Kyu
20

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2. Kyu (Blaugurt)
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Theorie
__rendered_path__7
1. Was bedeutet Inaktivität?
Unter „Inaktivität“ versteht man, wenn einer oder beide Kämpfer keine erkennbaren Angriffs-
aktionen durchführen. Nach etwa 20 bis 30 Sekunden wird ein solches Verhalten durch den
Kampfrichter mit Shido bestraft.
2. Was bedeutet Passivität bzw. Negativ-Judo?
Unter „Passivität“ oder „defensivem Verhalten“ versteht man, wenn ein Kämpfer versucht, durch
Blocken oder andere Handlungen Angriffe des Gegners zu verhindern und selbst nichts zur
aktiven Gestaltung des Kampfes beiträgt. Der Kampfrichter bestraft ein solches Verhalten mit
Shido.
Folgende Verstöße werden sofort mit Shido bestraft:
• einen Angriff vortäuschen, ohne dabei wirklich werfen zu wollen (Scheinangriff)
• die Finger des Gegners zurückbiegen, um den Griff zu lösen
• in das Ärmel- oder Hosenende des Gegners fassen
Folgende Verstöße werden nach ca. 5 Sekunden mit Shido bestrafft:
• einseitiges Fassen ohne anzugreifen
• eine übermäßig defensive Haltung einzunehmen
• Pistolen- oder Taschengriff
3. Welche Wettkampfsysteme können in Österreich angewendet werden und
wie werden diese durchgeführt?
Meisterschaftssystem
__rendered_path__37
Meisterschaftssystem bei 2-5 Teilnehmern, es kämpft jede/r gegen jede/n. Bei zwei Teilneh-
merInnen wird auf zwei Siege gekämpft.
Ab sechs TeilnehmerInnen wird nach dem Poolsystem, Cupsystem, Cupsystem mit einfacher
Hoffnungsrunde oder Viergruppensystem gekämpft.
__rendered_path__4
Cup-System
__rendered_path__43
Jede/r VerliererIn scheidet nach seiner/ihrer Niederlage endgültig aus.
ÖJV - 2. Kyu
21

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Pool-System
__rendered_path__5
In den Pools kämpft jede/r gegen jede/n. Die Poolsieger/innen bzw. auch die Poolzweiten stei-
gen in die nächste Runde auf. Hier wird dann im Cupsystem oder Cupsystem mit Hoffnungsrun-
de der/die SiegerIn ermittelt
Cupsystem mit Hoffnungsrunde
__rendered_path__10
Jede Gewichtsklasse bzw. Auslosungseinheit wird in zwei Gruppen unterteilt. In die mit A be-
zeichneten Gruppen werden die ungeraden, in die mit B bezeichneten Gruppen werden die
geraden Losnummern gereiht. Die gegen den Gruppensieger Unterlegenen kämpfen in der
Reihenfolge ihrer Niederlage in der Hoffnungsrunde gegeneinander. Der letzte Kampf der Hoff-
nungsrunde ist der Bronzemedaillenkampf. Nach den Bronzemedaillenkämpfen bestreiten die
Gruppensieger das Finale.
Der Sieger des Finalkampfes ist der Erste.
__rendered_path__19
Der Unterlegene des Finalkampfes ist der Zweite.
__rendered_path__21
Die Sieger der Bronzemedaillenkämpfe sind ex aequo Dritte.
__rendered_path__19
Die Unterlegenen der Bronzemedaillenkämpfe sind ex aequo Fünfte.
__rendered_path__21
Viergruppen-System
__rendered_path__10
Die Gewichtsklassen oder Auslosungseinheiten werden in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen-
sieger werden wie im Cupsystem mit Hoffnungsrunde ermittelt. Die in den vier Gruppen Unter-
legenen scheiden vorübergehend aus, bis die Gruppensieger feststehen. In der anschließenden
Hoffnungsrunde kämpfen die gegen den jeweiligen Gruppensieger Unterlegenen in der Reihen-
folge ihres Ausscheidens gegeneinander, wobei sie nun nach einer Niederlage endgültig aus-
scheiden. Die Gruppensieger kämpfen gegeneinander (A gegen B, C gegen D) im Semi
nale
um den Einzug ins Finale. Der Unterlegene (A/B) kämpft im Bronzemedaillenkampf gegen den
Hoffnungsrundensieger (C/D), der Unterlegene (C/D) kämpft im Bronzemedaillenkampf gegen
den Hoffnungsrundensieger (A/B).
Die Reihung der Platzierten entspricht der beim Cup-System mit Hoffnungsrunde.
4. Welche Altersklassen gibt es?
Altersklasse
Alter
Geschlecht
Bezeichnung
__rendered_path__40
U10
8 – 9 Jahre
männlich/weiblich Schüler D
__rendered_path__41
U12
10 – 11 Jahre
männlich/weiblich Schüler C
__rendered_path__45
U14
12 – 13 Jahre
männlich/weiblich Schüler B
U16
14 – 15 Jahre
männlich/weiblich Schüler A
U18
15 – 18 Jahre
männlich/weiblich Jugend
__rendered_path__4
U21
15 – 20 Jahre
männlich/weiblich Junioren
U23
15 – 22 Jahre
männlich/weiblich
15 Jahre und älter männlich/weiblich Allgemeine Klasse
30 Jahre und älter weiblich
Senioren/Veteranen
35 Jahre und älter männlich
Senioren/Veteranen
__rendered_path__42__rendered_path__43__rendered_path__44
ÖJV - 2. Kyu
22

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5. Welche Gewichtsklassen und Kampfzeiten gibt es?
Alters-
klassen
U10
U12
U14
U16
U18
U2
1
U23
AK
Kampf-
zeit
2 min
2 min
2 min
3 min
4 min
4 min
5 min
5 min
__rendered_path__6
+18–20
+22–24
+27–30
+30–34
+42–46
+50–55
+55–60
+55–60
+20–22
+24–27
+30–34
+34–38
+46–50
+55–60
+60–66
+60–66
__rendered_path__23__rendered_path__35
+22–24
+27–30
+34–38
+38–42
+50–55
+60–66
+66–73
+66–73
__rendered_path__34__rendered_path__40
+24–27
+30–34
+38–42
+42–46
+55–60
+66–73
+73–81
+73–81
__rendered_path__31__rendered_path__32__rendered_path__33__rendered_path__30
+27–30
+34–38
+42–46
+46–50
+60–66
+73–81
+81–90
+81–90
__rendered_path__29__rendered_path__30__rendered_path__25__rendered_path__35
+30–34
+38–42
+46–50
+50–55
+66–73
+81–90
+90–100 +90–100
__rendered_path__27__rendered_path__28__rendered_path__23__rendered_path__39
+34–38
+42–46
+50–55
+55–60
+73–81
+90–100 +100 kg
+100 kg
__rendered_path__25__rendered_path__26__rendered_path__35__rendered_path__35
+38–42
+46–50
+55–60
+60–66
+81–90
+100 kg
__rendered_path__24__rendered_path__38
+42–46
+50–55
+60–66
+66–73
+90 kg
__rendered_path__22__rendered_path__23__rendered_path__37
+46 kg*)
+55 kg*)
+66 kg*)
+73 kg*)
__rendered_path__7
+18–20
+20–22
+22–25
+25–28
+33–36
+40–44
+44–48
+44–48
__rendered_path__8
+20–22
+22–25
+25–28
+28–32
+36–40
+44–48
+48–52
+48–52
__rendered_path__23__rendered_path__35
+22–25
+25–28
+28–32
+32–36
+40–44
+48–52
+52–57
+52–57
__rendered_path__29__rendered_path__40
+25–28
+28–32
+32–36
+36–40
+44–48
+52–57
+57–63
+57–63
__rendered_path__31__rendered_path__117__rendered_path__33__rendered_path__30
+28–32
+32–36
+36–40
+40–44
+48–52
+57–63
+63–70
+63–70
__rendered_path__29__rendered_path__30__rendered_path__25__rendered_path__35
+32–36
+36–40
+40–44
+44–48
+52–57
+63–70
+70–78
+70–78
__rendered_path__27__rendered_path__28__rendered_path__35
+36–40
+40–44
+44–48
+48–52
+57–63
+70–78
+78 kg
+78 kg
__rendered_path__25__rendered_path__26__rendered_path__120__rendered_path__121
+40–44
+44–48
+48–52
+52–57
+63–70
+78 kg
__rendered_path__24__rendered_path__39__rendered_path__117
+44–48
+48–52
+52–57
+57–63
+70 kg
__rendered_path__22__rendered_path__23__rendered_path__119
+48 kg*)
+52 kg*)
+57 kg*)
+63 kg*)
__rendered_path__9__rendered_path__12
Alle SchülerInnen benötigen für die Altersklassen U10, U12 und U14 einmalig ein ärtzliches Attest. Ab der
__rendered_path__10__rendered_path__11
Altersklasse U16 ist nochmals einmalig ein neues ärztliches Attest vorzuweisen
Gemäß Meldeordnung Punkt 2.2 müssen alle Judoka, die an Meisterschaften und/oder Turnieren in Österreich
ab der Altersklasse U16 teilnehmen, ihre Nationalität vom Österreichischen Judoverband in JAMA bestätigen
lassen (Reisepasskopie an ÖJV-Büro senden)!
*) Zusatzregelung zu den Alters- und Gewichtsklassen im Nachwuchsbereich (U10, U12, U14 und U16):
Bei Einzelturnierenkann der/die TurnierdirektorIn beim Wiegen in der untersten und obersten Gewichts-
klasse das tatsächliche Körpergewicht ermitteln lassen und im Bedarfsfall am oberen oder unteren Ende
Gewichtsklassen hinzufügen.
6. Wie ist Judo in Österreich entstanden?
Judo, oder besser gesagt Jiu-jitsu, kam bereits vor der Jahrhundertwende nach Österreich.
Verlässliche Aufzeichnungen stammen jedoch erst aus dem Jahr 1912. Die erste Jiu-jitsu-Schu-
le wurde 1919 von Willy Curly gegründet und beim Sportverein der Wiener Verkehrsbetriebe
wurde 1924 von Leopold Wunsch die erste selbständige Jiu-jitsu-Sektion ins Leben gerufen.
Der Kampfstil war damals eine Mischung der zu dieser Zeit üblichen Zweikampfsportarten wie
Boxen, Ringen, Jiu-jitsu und Judo. Richtig Fuß fassen konnte Judo in Österreich aber erst nach
dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1948 schlossen sich die Judo betreibenden Vereine zusam-
men und gründeten den „Österreichischen Amateur Judo Verband“ (Ö.A.J.V). Bereits ein
__rendered_path__4
Jahr zuvor, 1947, wurde ein „Technischer Ausschuss“ gebildet, aus dem dann 1954 das „Öster-
reichische Dan Kollegium“ (ÖDK) hervorging. Den Abschluss dieser organisatorischen Ent-
wicklung der ersten Jahre bildete 1958 die Umbenennung des Ö.A.J.V in „Österreichischer
Judo Verband“. Seit Beginn des organisierten Judobetriebes, regelmäßig aber erst nach 1948,
werden Österreichische Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften durchgeführt. Judo gehört seit
seinem Bestehen mit fünf Olympischen Medaillen zu den erfolgreichsten Sommersportarten in
Österreich.
ÖJV - 2. Kyu
23

Page 23
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ÖJV - 2. Kyu
24

Page 24
2/1. Kyu (Blaugurt mit braunen Enden)
__rendered_path__6
Theorie
__rendered_path__8
1. Wie hat eine Wettkampfausschreibung auszusehen?
Eine Wettkampfausschreibung muss folgende Punkte enthalten:
• Bezeichnung des Wettkampfes (z.B. Österreichische Meisterschaften)
• Name des Ausschreibers
• Name des Durchführers
• Ort des Wettkampfes
• Termin des Wettkampfes (Tag, Datum)
• Zeitplan (z.B.: Eintreffen, Beginn und Ende der Abwage, Beginn der Wettkämpfe)
• Nennungsschluss (letzter Tag an dem Judoka für diesen Bewerb genannt werden können)
• Nenn-/Startgebühr
• Teilnahmeberechtigung (z.B.: Judoka mit Judopass und Jahresmarke, ärztliches Attest)
• Jahrgänge
• Gewichtsklassen
• Durchführungssystem (z.B.: Meisterschaftssystem, Viergruppen System, Poolsystem, usw.)
• Kampfzeit
• Bewertung
• Auszeichnung
• Wettkamp
eiter/verantwortlicher Kampfrichter
• Proteste
2. Wogegen kann man Proteste einbringen?
Ein Protest kann grundsätzlich nur bei Verstößen gegen die Wettkampfordnung beim „Protest-
komitee“ eingebracht werden. Vor Behandlung des Protestes ist die „Protestgebühr“ zu bezah-
len. Die Protestgebühr beträgt im Allgemeinen das Zehnfache des Nenngeldes. Wird der Pro-
test abgelehnt, verfällt die Gebühr, wird der Protest anerkannt, wird die Gebühr zurückgezahlt.
Ein Protest gegen eine Kampfrichterentscheidung ist im Allgemeinen nicht möglich. Nur wenn
der Kampfrichter eindeutig gegen die Mehrheitsregel verstößt, ist ein Protest möglich.
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3. Wie ist der Judosport organisiert?
• der JUDOKA ist Mitglied in einem Verein und Anschlussmitglied im ÖJV.
__rendered_path__5
• der VEREIN ist Mitglied in einem Landesverband
• der LANDESVERBAND ist Mitglied des ÖJV.
ÖJV - 2/1. Kyu
25

Page 25
• der ÖSTERREICHISCHE JUDO VERBAND ist Mitglied der EJU.
• die EUROPÄISCHE JUDO UNION ist Mitglied der IJF.
• die INTERNATIONALE JUDO FÖDERATION (IJF) ist Mitglied im IOC (Internationales Olym-
pisches Komitee)
4. Welche Ausbildungsmöglichkeiten für Trainer und Kampfrichter gibt es
im Judo?
Trainerausbildungsstufen und die Voraussetzungen dafür:
Ausbildungsstufe
Voraussetzung
Mindestgraduierung
• Übungsleiter
Mindestalter 16 Jahre 1. Kyu
• Staatlich geprüfter Instruktor (Lehrwart)
Übungsleiterprüfung
1. Dan
• Staatlich geprüfter Sportlehrer (für Judo)
1. Dan
• Staatlich geprüfter Trainer
Instruktorprüfung
2. Dan
• Staatlich geprüfter Diplomtrainer
Spezielle Ausbildung durch die Sportakademien
in Österreich
Kampfrichterklassen und die Voraussetzungen dafür:
Ausbildungsstufe
Voraussetzung
Mindestgraduierung
__rendered_path__63
• Juniorreferee
Mindestalter 16 Jahre,
1. Kyu
3 Jahre Wettkampferfahrung,
darf auf Landesverbandsebene
bestimmte Wettkämpfe leiten.
• Landeskampfrichter
Mindestalter 19 Jahre,
1. Dan
3 Jahre Wettkampferfahrung,
darf auf Landesverbandsebene
alle Wettkämpfe leiten.
• Bundeskampfrichter
Mindestalter 22 Jahre,
1. Dan
3 Jahre Praxis als
Landeskampfrichter
20 Einsätze bei Landes-
verbandmeisterschaften,
darf auf Bundesebene alle
Wettkämpfe leiten.
• Internationaler Kampfrichter (IJF-B)
Mindestalter 25 Jahre,
2. Dan
3 Jahre Praxis als
Bundeskampfrichter, darf im
jeweiligen Kontinent (z.B.
Europa) Wettkämpfe leiten.
__rendered_path__4
• Internationaler Kampfrichter (IJF-A)
Mindestalter 29 Jahre,
3. Dan
4 Jahre Praxis als IJF-B-
Kampfrichter, darf weltweit
Kämpfe leiten, insbesondere
auch bei Weltmeisterschaften
__rendered_path__5
und Olympischen Spielen.
ÖJV - 2/1. Kyu
26

Page 26
1. Kyu (Braungurt)
__rendered_path__5
Theorie
__rendered_path__7
1. Was geschieht, wenn sich ein Kämpfer verletzt?
Zunächst unterbricht der Kampfrichter den Kampf. Es muss festgestellt werden, ob es sich um
eine kleine Verletzung (eingerissene Nägel, Nasenbluten usw.) oder um eine ernste Verletzung
handelt. Kleine Verletzungen dürften behandelt werden.
Verlangt jedoch der Kämpfer selbst den Arzt, ist der Kampf beendet und dieser Kämpfer
verliert den Kampf!
Wurde die Verletzung infolge einer verbotenen Handlung durch den Gegner verursacht oder
handelt es sich um eine ernstere Verletzung ist der Kampf ebenfalls sofort beendet.
In diesen Fällen gibt es nun drei Möglichkeiten:
• der verletzte Kämpfer ist an der Verletzung selbst schuld - es verliert der verletzte Kämpfer
• der nicht verletzte Kämpfer ist an der Verletzung schuld - es verliert der nicht verletzte Kämp-
fer
• es ist nicht möglich festzustellen, wer an der Verletzung schuld ist - es verliert der verletzte
Kämpfer
2. Was ist eine medizinische Untersuchung?
Eine medizinische Untersuchung soll der Kampfrichter anordnen wenn:
• eine schwerere Verletzung anzunehmen ist (Verletzung an Kopf oder Wirbelsäule)
• der Wettkämpfer um eine medizinische Untersuchung bittet (Kämpfer verliert den Kampf -
Kiken-gachi)
• der Arzt um eine Intervention für seinen Kämpfer bittet (Kämpfer verliert den Kampf - Kiken-
gachi)
3. Was ist eine medizinische Hilfe?
Eine medizinische Hilfe wird bei kleineren Verletzungen oder Wunden (z.B.: Nasenbluten, ein-
gerissener Nagel, usw.) angewendet. Kleinere Wunden können entweder vom Kämpfer selbst
oder von einem Arzt versorgt werden. Wenn ein und dieselbe Verletzung bereits zweimal ver-
sorgt worden ist und diese ein weiteres Mal auftritt, verliert der verletzte Kämpfer den Kampf
(Kiken-gachi).
__rendered_path__4
ÖJV - 1. Kyu
27

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4. Welche Arten von Meisterschaften gibt es?
Einzelmeisterschaften
Altersklassen
Mannschaftsmeisterschaften
__rendered_path__6
Vereinsmeisterschaften
Alle Klassen
Vereinsmeisterschaften
__rendered_path__7
Landesverbandsmeisterschaften
Alle Klassen
Landesverbandsmeisterschaften
__rendered_path__8
Österreichische
U16, U18, U21,
Österr. Schülermannschafts-
Meisterschaften
U23, Senioren,
Kata
meisterschaft (m+w),
2. Bundesliga
__rendered_path__9
Staatsmeisterschaften
Allgem. Klasse,
Nage-no-Kata
1. Bundesliga
Frauen
__rendered_path__10
U18, U21, U23,
Europameisterschaften
allgem. Klasse,
offene Klasse,
Europameisterschaft,
Europacup
Veteranen, Kata
__rendered_path__11
U18, U21,
Weltmeisterschaften
allgem. Klasse, Weltmeisterschaften
Kata
__rendered_path__12
Olympische Spiele
U18 (YOG),
Allgem. Klasse
__rendered_path__13
5. Bei welchen Meisterschaften bzw. Turnieren darfst du starten?
__rendered_path__14__rendered_path__16__rendered_path__17
Die Teilnahmeberechtigung deinem Alter entsprechend
ndest du in der Wettkampfordnung des
__rendered_path__15
Österreichischen Judo Verbandes
6. Was ist im Judo eine „Kata“?
Das Wort „KATA“ bedeutet in der japanischen Sprache „fundamentale“ oder „grundlegende
Form“. Im Judo, ebenso wie in allen alten Budo-Künsten, werden in einer Kata grundlegende
Bewegungsabläufe vorgeführt. Dabei sind sowohl für Tori als auch für Uke alle Abläufe genau
festgelegt und lassen daher bei der Vorführung keine großen Änderungen zu.
Es gibt Kata, die Würfe, Festhalte-, Würge- und Hebeltechniken bzw. Gegenwurftechniken
enthalten und damit den Judo-Wettkampf darstellen sollen. Sie werden als „Randori-no-Kata“
bezeichnet. Es gibt auch Kata, die moderne und historische Verteidigungstechniken gegen An-
griffe mit der Faust, mit dem Stock, mit dem Messer, mit der Pistole oder mit dem Schwert ent-
halten. Und schließlich gibt es noch Kata, welche die Grundlagen, auf denen Judo aufgebaut
ist, darstellen.
__rendered_path__4
ÖJV - 1. Kyu
28

Page 28
© Das Prüfungsprogramm ist geistiges Eigentum des Österreichischen Judoverbandes. Jede
Art der Vervielfältigung ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Österrei-
chischen Judoverbandes erlaubt. Zuwiderhandeln wird rechtlich verfolgt.
ÖJV
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Page 29
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Au fl age 2013 Herausgeber: Österreichischer Judo Verband (ÖJV) Für den Inhalt verantwortlich: Österreichisches Dankollegium Textgestaltung: Gerhard Bucina, Rudolf Eitelberger, Paul Fiala, Dr. Hans Müller-Deck, Erwin Schön, Gerhard Jungwirth Inhalt Copyright © by Österreichischer Judo Verband Bilder Copyright © by Österreichischer Judo Verband und Erwin Schön Alle Rechte vorbehalten! Page 4 Diese Broschüre ist der 2. Teil der Kyu-Prüfungsbestimmungen des Österreichischen Judo Verbandes. Hier fi ndest du die Antworten zu den Prüfungsfragen. Diese Broschüre wird ständig aktualisiert, sodass die Antworten und die Fragen stets den gültigen Bestimmungen der IJF, EJU und des ÖJV entsprechen. Damit bist du immer auf dem Laufenden und sowohl für deine Kyu- Prüfung, also auch für die kommenden Wettkämpfe optimal vorbe- reitet. Page 5 ÖJV 6 Page 6 6/5. Kyu (Weißgurt mit gelben Enden) Theorie Folgende Fragen sollst du beantworten können: 1. Was ist Judo? Judo ist ein Zweikampfsport. Sein Ursprungsland ist Japan. Seine Techniken wurden von den alten japanischen Kriegern (Samurai oder Bushi) übernommen. 2. Wie soll die Bekleidung eines Judoka aussehen (Grundbegriffe)? Die Kleidung eines Judoka heißt Judogi. Sie besteht aus folgenden Einzelstücken: • Hose (Zubon) • Jacke (Kimono) • Gürtel (Obi) • Weibliche Judoka sollen ein weißes T-Shirt oder einen kurzärmeligen Einteiler unter dem Kimono tragen. • Außerdem gehören zu einer vollständigen Kleidung Turn- oder Hausschuhe. 3. Welche hygienischen Grundsätze gibt es im Judo? • Der Judoka sollte selbst auf eine entsprechende Sauberkeit achten. Dazu gehört, dass seine Hände und Füße immer sauber, die Finger- und Zehennägel gep fl egt und kurz geschnitten sind und er stets einen reinen Judogi in einem guten Zustand (keine Einrisse, usw.) trägt. • Außerdem hat er darauf zu achten, dass er keine metallenen oder harten Gegenstände wie Ringe, Ohrringe, Ohrstecker, usw. trägt. • Judoka mit langen Haaren, sollen diese zurück binden (z.B. mit einem Gummiband). 4. Wie zeigt der Judoka, dass er für seinen Partner verantwortlich ist? • Er sichert bei Würfen immer seinen Partner. • Er führt die Technik nicht weiter, sobald der Partner abklopft oder durch Zuruf aufgibt. 5. Wie lauten die wichtigsten Kommandos des Kampfrichters? • Hajime (gesprochen „haschime“) .............................................„beginnen“, anfangen, los • Mate .........................................................................................„warten“, lösen • Sore-made ...............................................................................„das ist alles“, Kampfende ÖJV - 6/5. Kyu 7 Page 7 ÖJV - 6/5. Kyu 8 Page 8 5. Kyu (Gelbgurt) Theorie 1. Nenne und zeige weitere wichtige Kommandos und Handzeichen des Kampfrichters. KOMMANDO BEDEUTUNG IM WETTKAMPF • Osae-komi ..................................................Haltegriff; • (Osae-komi) Toketa ....................................Haltegriff gelöst; • Sono-mama ................................................„nicht bewegen“, gilt für beide Kämpfer; • Yoshi ...........................................................„weitermachen“, nach Sono-mama. 2. Was ist im Judo nicht erlaubt? Im Judo sind unter anderem folgende Dinge nicht erlaubt: • Beißen • Zwicken • in das Gesicht greifen • Finger umbiegen • jede Art von Schlägen und Tritten • unfair kämpfen • den Partner absichtlich verletzen. 3. Was ist bei Hebelgriffen erlaubt? Im Judo darf nur das Ellbogengelenk gehebelt werden. Der Hebelgriff ist sofort zu lösen, wenn der Partner abklopft oder auf andere Weise zeigt, dass er sich geschlagen gibt. ÖJV - 5. Kyu 9 Page 9 ÖJV - 5. Kyu 10 Page 10 5/4. Kyu (Gelbgurt mit orangen Enden) Theorie 1. Was ist bei Würgetechniken erlaubt? Im Judo ist das Würgen nur mit dem Unterarm oder mit Hilfe des Kragens oder Revers der Jacke erlaubt. Das Würgen mit bloßen Händen ist verboten. Der Würgegriff ist sofort zu lösen, wenn der Partner abklopft oder auf eine andere Weise erkennen lässt, dass er sich geschlagen gibt! 2. Welche Wertungen gibt es, wie lange muss ein Osae-komi dafür gehalten werden? WERTUNG BEDEUTUNG IM WETTKAMPF ERFORDERLICHE OSAE-KOMI-ZEIT: • I ppon .............. voller Punkt (10 Wertungspunkte) ...............Festhaltegriff 20 Sekunden • Waza-ari ........ halber Punkt (7 Wertungspunkte) ................Festhaltegriff zwischen 15 und 19 sec. • Yuko ............... „technischer Vorteil“ (5 Wertungspunkte) ....Festhaltegriff zwischen 10 und 14 sec. 3. Wie sieht die Wettkampffl äche aus? Die Wettkampf fl äche hat eine Abmessung von min- destens 14 x 14 m (ÖJV bei U16 13 x 13 m) und maximal 16 x 16 m. Sie besteht aus folgenden Zonen: a) Sicherheits fl äche: di- ese muss mindestens 3 m breit sein; b) Kampf fl äche: diese hat eine Abmessung von mindestens 8 x 8 m (ÖJV bei U16 7 x 7 m) bis maximal 10 x 10 m. Bei Olympischen Spie- len, Weltmeisterschaften und Masters 10 x 10 m mit einer Sicherheits fl ä- che von 4 m. ÖJV - 5/4. Kyu 11 Page 11 ÖJV - 5/4. Kyu 12 Page 12 Osae-komi (Osae-komi) Toketa Sono-mama/Yoshi Mate 4. Kyu (Orangegurt) Theorie 1. Wie sehen die Handzeichen des Kampfrichters aus? Ippon Waza-ari Waza-ari awasete Ippon Falsche Attacke Inaktivität Eine Strafe (Scheinangriff) verhängen ÖJV - 4. Kyu Yuko Den Arzt auf die Matte rufen Siegerverkündung 13 Page 13 2. Welche Kriterien müssen bei Wurftechniken erfüllt sein, um mit Ippon oder Waza-ari bewertet zu werden? Um eine Wurftechnik mit Ippon bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: • Kontrolle • Kraft und Schwung • Auftreff fl äche ist der Rücken Um eine Wurftechnik mit Waza-ari bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: • Kontrolle • teilweises Fehlen eines der anderen Kriterien für Ippon 3. Wie entsteht ein Waza-ari awasete Ippon? Wenn ein Wettkämpfer in einem Kampf den zweiten Waza-ari erreicht, so hat der Kampfrichter „Waza-ari awasete Ippon“ anzusagen. (Waza-ari ist die einzige Wertung, die addiert wird!) 4. Welche Bestrafungsstufen gibt es? Im Judo gibt es folgende Bestrafungsstufen: • Shido ............................ Ermahnung • Hansokumake .............. Disquali fi kation Shido ist ein Hinweis, eine Ermahnung. Dabei ist zu beachten, dass man mehrmals Shido be- kommen kann. STRAFE BEDEUTUNG IM WETTKAMPF WERTUNG FÜR DEN GEGNER • Shido 1 ..................... Ermahnung ..................................................keine • Shido 2 ..................... Ermahnung ..................................................keine • Shido 3 ..................... Ermahnung ..................................................keine • Shido 4 = Hansokumake = Disquali fi kation/Ausschluss ................ Ippon Hansokumake ist gleich eine Disquali fi kation. Diese Strafe entspricht einem Ippon für den Geg- ner. Wird ein Judoka wegen eines „schweren Verstoßes“ (z.B. von hinten das Standbein von innen wegfegen, Überstrecken der Wirbelsäule, etc.) mit Hansokumake bestraft („Direkt-Hanso- kumake“), so scheidet er für den ganzen Bewerb aus. Es gibt drei Ausnahmen für ein direktes Hansokumake, wo der bestrafte Kämpfer im Bewerb verbleibt: • bei einer Nackenrolle (Eintauchen), • wenn der Judogi nicht den Wettkampfregeln entspricht, • bei jeden Angriff oder jeder Verteidigung im Stand, bei dem mit einer oder beiden Händen oder Armen unterhalb des Gürtels des Gegners gergriffen wird. ÖJV - 4. Kyu 14 Page 14 4/3. Kyu (Orangegurt mit grünen Enden) Theorie 1. Welche Kriterien müssen bei Wurftechniken erfüllt sein, um mit Yuko be- wertet zu werden? Um eine Wurftechnik mit Yuko bewerten zu können, müssen folgende Kriterien erfüllt sein: • Kontrolle • teilweises Fehlen von zwei der anderen Kriterien für Ippon • die Auftreff fl äche muss mindestens die Körperseite sein Hinweis: Egal wie viele Yuko-Wertungen ein Kämpfer in einem Kampf erhält, er bekommt keine höhere Wertung dafür! 2. Welche Aufgaben hat der Kampfrichter? • Der Kampfrichter leitet den Kampf und beurteilt die Aktionen der Kämpfer. Der Kampfrichter be fi ndet sich auf der Kampf fl äche. • Der Kampfrichter auf der Matte wird von zwei weiteren Kampfrichtern unterstüzt, welche ihren Platz beim Tisch der Videoüberwachung haben und mit diesem über ein Funk-Kom- munikationssystem verbunden sind. Sie schalten sich ein, wann immer sie es für notwendig erachten. 3. Wie ist Judo entstanden? Der Begründer des modernen Judo ist Prof. Jigoro KANO (1860 - 1938). Er studierte verschie- dene Stilrichtungen des alten JIU-JITSU, das ursprünglich von den Samurai im Kampf ange- wendet wurde. Er fasste das seiner Meinung nach Beste aller Schulen zusammen, ordnete die Techniken und gründete im Jahre 1882 seine Judo-Schule, die er KODOKAN (Schule für das Studium des Weges) nannte. Der Kodokan in Japan besteht noch heute und gilt auf der ganzen Welt als Zentrum des Judo. Zu Beginn wurde der Kodokan von den alten Jiu-Jitsu Schulen we- nig beachtet. Es musste erst durch viele Wettkämpfe bewiesen werden, dass Judo den alten Stilrichtungen überlegen ist. Schon vor dem zweiten Weltkrieg versuchten Jigoro Kano und seine Schüler persönlich, Judo auf der ganzen Welt bekannt zu machen. Doch wirklich auf allen Kontinenten Fuß fassen konnte Judo erst nach dem zweiten Weltkrieg. 1948 wurde die Europä- ische Judo Union und 1952 die Internationale Judo Föderation gegründet. Das erste Mal stand Judo 1964 auf dem Programm der Olympischen Spiele, als Zugeständnis an das Veranstalter- land Japan. Seit 1972 gehört Judo, als erste asiatische Zweikampfsportart, zu den olympischen Sportarten und 1992 ist auch Frauen-Judo zu einem olympischen Bewerb geworden (1988 war Frauen-Judo Vorführbewerb). ÖJV - 4/3. Kyu 15 Page 15 ÖJV - 4/3. Kyu 16 Page 16 3. Kyu (Grüngurt) Theorie 1. Für welche verbotenen Handlungen wird man mit Shido bestraft? Mit Shido wird ein Judoka bestraft, wenn er einen leichten Verstoß im Wettkampf begeht. Dazu zählen: • Verweigern des Griffes • Scheinangriff • einseitiges Fassen • Inaktivität • mit Stößen oder Tritten den Griff des Gegners zu lösen • Umbiegen der Finger des Gegners • absichtlich die Kampf fl äche ohne Aktion zu verlassen • Anwendung der Beinschere (Dojime) an Rumpf, Hals oder Kopf von Uke • mit dem Jackenende oder Gürtel zu würgen • bei extrem defensiver Haltung Hinweis: Weitere verbotene Handlungen, die mit Shido bestraft werden, fi ndest du in den Wettkampfregeln des Österreichischen Judo Verbandes! 2. Wann verkündet der Kampfrichter „Mate“? Der Kampfrichter hat in folgenden Fällen den Kampf mit „Mate“ zu unterbrechen: • wenn einer oder beide Kämpfer die Matte verlassen • wenn einer oder beide Kämpfer eine verbotene Handlung begehen • wenn einer oder beide Kämpfer verletzt werden oder eine ärztliche Untersuchung benötigen • wenn in „Ne-waza“ kein Fortschritt zu erkennen ist • wenn einer oder beide Kämpfer aus „Ne-waza“ wieder in eine stehende oder fast stehende Stellung kommen • immer dann, wenn es der Kampfrichter für notwendig hält. 3. Wie läuft ein Wettkampf ab? Nennung über JAMA bis zum angegebenen Termin oder am Wettkampfort, je nach Ausschrei- bung. Nach dem Eintreffen der Kämpfer am Wettkampfort und der Nennung bei der Wettkampf- leitung läuft die Wettkampfveranstaltung wie folgt ab: • Nennung mittels Nennbogens aus der JAMA (Judo Ablauf und Mitglieder Administration) durch den Verein oder direkt bei der Abwage mittels Judo-Pass und Strichcode ÖJV - 3. Kyu 17 Page 17 • Abwage mit Kontrolle des Judo-Passes und des ärztlichen Attestes Hinweis: Alle SchülerInnen benötigen für die Altersklassen U10, U12 und U14 einmalig ein ärtzliches Attest. Ab der Altersklasse U16 ist nochmals einmalig ein neues ärzt- liches Attest vorzuweisen. Gemäß Meldeordnung Punkt 2.2 müssen alle Judoka, die an Meisterschaften und/ oder Turnieren in Österreich ab der Altersklasse U16 teilnehmen, ihre Nationali- tät vom Österreichischen Judoverband in JAMA bestätigen lassen (Reisepassko- pie an ÖJV-Büro senden)! • Auslosung der Wettkampfpaarungen in den Gewichtsklassen • Aufwärmen vor jedem Kampf • Aufruf zum Wettkampf mit anschließendem Kampf • in den Kampfpausen warm halten (Trainingsanzug, Socken, Bewegung, usw.) • zwischen den Kämpfen hat ein Judoka mindestens 10 Minuten Erholungspause • Siegerehrung • Bei Wettkämpfen mit möglicher Dopingkontrolle müssen alle StarterInnen bis zur Siegereh- rung anwesend bleiben! ÖJV - 3. Kyu 18 Page 18 3/2. Kyu (Grüngurt mit blauen Enden) Theorie 1. Für welche verbotenen Handlungen erhält man Hansokumake? Hansokumake erhält ein Judoka, wenn er bereits dreimal mit Shido bestraft wurde und aber- mals irgendeine verbotene Handlung begeht, oder wenn er einen schweren Verstoß gegen die Wettkampfregeln begeht: • Anwendung von Kawazu-gake (den Gegner zu werfen, indem man ein Bein um das Bein des Gegners schlingt, während man mehr oder weniger in die gleiche Richtung schaut wie der Gegner und ihn mit Hilfe dieses Beinhebels wirft), • eine Hebeltechnik an einem anderen Gelenk als dem Ellbogen anzusetzen, • einen Gegner, der auf dem Rücken liegt, von der Tatami hochzuheben, um ihn dann wieder auf die Tatami hinunter zu stoßen, • das Standbein des Gegners von innen wegzufegen, wenn dieser eine Technik wie „Harai- goshi“ etc. ausführt, • Aktionen auszuführen, die den Hals oder die Wirbelsäule des Gegners verletzen könnten, • die Anweisungen des Kampfrichters nicht beachten, • auf der Matte zu sprechen, • sich während der Ausführung von Techniken wie „Ude-hishigi-waki-gatame“ direkt auf die Tatami fallen zu lassen, • sich bei der Ausführung von „Uchi-mata“ oder ähnlichen Techniken sich mit dem Kopf auf der Matte abzustützen (Nackenrolle), • sich absichtlich nach hinten fallen zu lassen, wenn sich der Gegner am Rücken festhält, • harte oder metallene Gegenstände zu tragen (bedeckt oder unbedeckt), • wenn der Judogi nicht den Wettkampfregeln entspricht. • direkte Angriffe oder Blocks mit einer oder beiden Händen oder Armen unterhalb des Gürtels des Gegners (schon beim ersten Mal = Hansokumake, ab 1.1.2010) • Jede Handlung, die gegen den Geist des Judo verstößt (ab 1.1.2010) Hinweis: Weitere verbotene Handlungen, die mit Hansokumake bestraft werden, fi ndest du in den Wettkampfregeln des Österreichischen Judo Verbandes! 2. Wann wird Osae-komi angesagt? Osae-komi wird vom Kampfrichter angesagt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind: • der Festgehaltene muss von Tori kontrolliert werden • die Kontrolle kann von oben, von der Seite oder vom Kopf her erfolgen (den Kopf alleine zu halten – sogenannter „Schwitzkasten“ – ist kein Osae-komi) • der Rücken oder zumindest eine Schulter des Festgehaltenen muss mit der Matte in Kontakt sein ÖJV - 3/2. Kyu 19 Page 19 • Uke darf weder ein Bein noch beide Beine von Tori mit seinen Beinen vollständig umschlun- gen haben • mindestens ein Kämpfer muss mit irgendeinem Körperteil die Kampf fl äche berühren. 3. Welche Österreicher haben sich um den Judo-Sport besonders verdient gemacht? Zur Beantwortung dieser Frage könnten viele Namen genannt werden. Hier sollen nur einige wenige erwähnt werden, die sowohl in der Organisation als auch auf dem Gebiet des Wett- kampfes einen wesentlichen Beitrag für den Judo-Sport in Österreich geleistet haben. Als Pioniere unseres Sportes können genannt werden: • Ing. Ottokar KLIMEK ................... erster DAN-Träger und erster Vertreter des Judo in Öster- reich • Edmund GABRIEL ...................... Nestor des Judo-Sportes in Österreich (verstorben 1997) • Prof. Franz NIMFÜHR .................. Gründungsmitglied und Präsident des Österreichischen Amateur Judo Verbandes bzw. ÖJV, Gründungsmitglied der heutigen EJU, erster internationaler Kampfrichter in Österreich (verstorben 1995) • Prof. Kurt KUCERA ..................... langjähriger Präsident des ÖJV, ehemaliger Präsident der EJU und Vizepräsident der Internationalen Judo Fö- deration, ehemaliger Vorsitzender der Österreichischen Bundessportorganisation und Vizepräsident des Österrei- chischen Olympischen Komitees, sowie Ehrenpräsident des ÖJV (verstorben 2004) Als besonders erfolgreiche Wettkämpfer können genannt werden: • Robert JAQUEMOND .................. erster österreichischer Europameister (1952). • Peter SEISENBACHER ............... erster österreichischer Judo-Olympiasieger (1984 und 1988), erster österreichischer Judo-Weltmeister (1985), Europameister (1986) • Edith HROVAT ............................. erste österreichische Judo-Weltmeisterin (1980) in der Klasse bis 52 kg und 8-fache Europameisterin. • Dr. Gerda WINKLBAUER ............ erste österreichische Judo-Weltmeisterin (1980) der Klas- se bis 56 kg und 5-fache Europameisterin. • Claudia HEILL .............................. 5. Platz bei den Olympischen Spielen in Peking 2008, Olympiazweite in Athen 2004, Vizeeuropameisterin 2005 in Rotterdam und 1998 in Paris. Österreichs derzeit bekannteste Judoka sind: • Ludwig PAISCHER ...................... Olympiazweiter bei den Spielen 2008 in Peking, Europa- meister 2008 in Lissabon und 2004 in Bukarest, Vizewelt- meister 2005 in Kairo, 2006 gewann er als erster Öster- reicher den Jigoro Kano-Cup in Tokyo. • Sabrina FILZMOSER ................... Europameisterin 2008 in Lissabon, Vizeeuropameisterin 2010 in Wien, Bronze bei der WM 2005 in Kairo und 2010 in Tokyo, 5-fache Militär-Weltmeisterin. . ÖJV - 3/2. Kyu 20 Page 20 2. Kyu (Blaugurt) Theorie 1. Was bedeutet Inaktivität? Unter „Inaktivität“ versteht man, wenn einer oder beide Kämpfer keine erkennbaren Angriffs- aktionen durchführen. Nach etwa 20 bis 30 Sekunden wird ein solches Verhalten durch den Kampfrichter mit Shido bestraft. 2. Was bedeutet Passivität bzw. Negativ-Judo? Unter „Passivität“ oder „defensivem Verhalten“ versteht man, wenn ein Kämpfer versucht, durch Blocken oder andere Handlungen Angriffe des Gegners zu verhindern und selbst nichts zur aktiven Gestaltung des Kampfes beiträgt. Der Kampfrichter bestraft ein solches Verhalten mit Shido. Folgende Verstöße werden sofort mit Shido bestraft: • einen Angriff vortäuschen, ohne dabei wirklich werfen zu wollen (Scheinangriff) • die Finger des Gegners zurückbiegen, um den Griff zu lösen • in das Ärmel- oder Hosenende des Gegners fassen Folgende Verstöße werden nach ca. 5 Sekunden mit Shido bestrafft: • einseitiges Fassen ohne anzugreifen • eine übermäßig defensive Haltung einzunehmen • Pistolen- oder Taschengriff 3. Welche Wettkampfsysteme können in Österreich angewendet werden und wie werden diese durchgeführt? Meisterschaftssystem Meisterschaftssystem bei 2-5 Teilnehmern, es kämpft jede/r gegen jede/n. Bei zwei Teilneh- merInnen wird auf zwei Siege gekämpft. Ab sechs TeilnehmerInnen wird nach dem Poolsystem, Cupsystem, Cupsystem mit einfacher Hoffnungsrunde oder Viergruppensystem gekämpft. Cup-System Jede/r VerliererIn scheidet nach seiner/ihrer Niederlage endgültig aus. ÖJV - 2. Kyu 21 Page 21 Pool-System In den Pools kämpft jede/r gegen jede/n. Die Poolsieger/innen bzw. auch die Poolzweiten stei- gen in die nächste Runde auf. Hier wird dann im Cupsystem oder Cupsystem mit Hoffnungsrun- de der/die SiegerIn ermittelt Cupsystem mit Hoffnungsrunde Jede Gewichtsklasse bzw. Auslosungseinheit wird in zwei Gruppen unterteilt. In die mit A be- zeichneten Gruppen werden die ungeraden, in die mit B bezeichneten Gruppen werden die geraden Losnummern gereiht. Die gegen den Gruppensieger Unterlegenen kämpfen in der Reihenfolge ihrer Niederlage in der Hoffnungsrunde gegeneinander. Der letzte Kampf der Hoff- nungsrunde ist der Bronzemedaillenkampf. Nach den Bronzemedaillenkämpfen bestreiten die Gruppensieger das Finale. Der Sieger des Finalkampfes ist der Erste. Der Unterlegene des Finalkampfes ist der Zweite. Die Sieger der Bronzemedaillenkämpfe sind ex aequo Dritte. Die Unterlegenen der Bronzemedaillenkämpfe sind ex aequo Fünfte. Viergruppen-System Die Gewichtsklassen oder Auslosungseinheiten werden in 4 Gruppen aufgeteilt. Die Gruppen- sieger werden wie im Cupsystem mit Hoffnungsrunde ermittelt. Die in den vier Gruppen Unter- legenen scheiden vorübergehend aus, bis die Gruppensieger feststehen. In der anschließenden Hoffnungsrunde kämpfen die gegen den jeweiligen Gruppensieger Unterlegenen in der Reihen- folge ihres Ausscheidens gegeneinander, wobei sie nun nach einer Niederlage endgültig aus- scheiden. Die Gruppensieger kämpfen gegeneinander (A gegen B, C gegen D) im Semi fi nale um den Einzug ins Finale. Der Unterlegene (A/B) kämpft im Bronzemedaillenkampf gegen den Hoffnungsrundensieger (C/D), der Unterlegene (C/D) kämpft im Bronzemedaillenkampf gegen den Hoffnungsrundensieger (A/B). Die Reihung der Platzierten entspricht der beim Cup-System mit Hoffnungsrunde. 4. Welche Altersklassen gibt es? Altersklasse Alter Geschlecht Bezeichnung U10 8 – 9 Jahre männlich/weiblich Schüler D U12 10 – 11 Jahre männlich/weiblich Schüler C U14 12 – 13 Jahre männlich/weiblich Schüler B U16 14 – 15 Jahre männlich/weiblich Schüler A U18 15 – 18 Jahre männlich/weiblich Jugend U21 15 – 20 Jahre männlich/weiblich Junioren U23 15 – 22 Jahre männlich/weiblich 15 Jahre und älter männlich/weiblich Allgemeine Klasse 30 Jahre und älter weiblich Senioren/Veteranen 35 Jahre und älter männlich Senioren/Veteranen ÖJV - 2. Kyu 22 Page 22 5. Welche Gewichtsklassen und Kampfzeiten gibt es? Alters- klassen U10 U12 U14 U16 U18 U2 1 U23 AK Kampf- zeit 2 min 2 min 2 min 3 min 4 min 4 min 5 min 5 min +18–20 +22–24 +27–30 +30–34 +42–46 +50–55 +55–60 +55–60 +20–22 +24–27 +30–34 +34–38 +46–50 +55–60 +60–66 +60–66 +22–24 +27–30 +34–38 +38–42 +50–55 +60–66 +66–73 +66–73 +24–27 +30–34 +38–42 +42–46 +55–60 +66–73 +73–81 +73–81 +27–30 +34–38 +42–46 +46–50 +60–66 +73–81 +81–90 +81–90 +30–34 +38–42 +46–50 +50–55 +66–73 +81–90 +90–100 +90–100 +34–38 +42–46 +50–55 +55–60 +73–81 +90–100 +100 kg +100 kg +38–42 +46–50 +55–60 +60–66 +81–90 +100 kg +42–46 +50–55 +60–66 +66–73 +90 kg +46 kg*) +55 kg*) +66 kg*) +73 kg*) +18–20 +20–22 +22–25 +25–28 +33–36 +40–44 +44–48 +44–48 +20–22 +22–25 +25–28 +28–32 +36–40 +44–48 +48–52 +48–52 +22–25 +25–28 +28–32 +32–36 +40–44 +48–52 +52–57 +52–57 +25–28 +28–32 +32–36 +36–40 +44–48 +52–57 +57–63 +57–63 +28–32 +32–36 +36–40 +40–44 +48–52 +57–63 +63–70 +63–70 +32–36 +36–40 +40–44 +44–48 +52–57 +63–70 +70–78 +70–78 +36–40 +40–44 +44–48 +48–52 +57–63 +70–78 +78 kg +78 kg +40–44 +44–48 +48–52 +52–57 +63–70 +78 kg +44–48 +48–52 +52–57 +57–63 +70 kg +48 kg*) +52 kg*) +57 kg*) +63 kg*) Alle SchülerInnen benötigen für die Altersklassen U10, U12 und U14 einmalig ein ärtzliches Attest. Ab der Altersklasse U16 ist nochmals einmalig ein neues ärztliches Attest vorzuweisen Gemäß Meldeordnung Punkt 2.2 müssen alle Judoka, die an Meisterschaften und/oder Turnieren in Österreich ab der Altersklasse U16 teilnehmen, ihre Nationalität vom Österreichischen Judoverband in JAMA bestätigen lassen (Reisepasskopie an ÖJV-Büro senden)! *) Zusatzregelung zu den Alters- und Gewichtsklassen im Nachwuchsbereich (U10, U12, U14 und U16): Bei Einzelturnierenkann der/die TurnierdirektorIn beim Wiegen in der untersten und obersten Gewichts- klasse das tatsächliche Körpergewicht ermitteln lassen und im Bedarfsfall am oberen oder unteren Ende Gewichtsklassen hinzufügen. 6. Wie ist Judo in Österreich entstanden? Judo, oder besser gesagt Jiu-jitsu, kam bereits vor der Jahrhundertwende nach Österreich. Verlässliche Aufzeichnungen stammen jedoch erst aus dem Jahr 1912. Die erste Jiu-jitsu-Schu- le wurde 1919 von Willy Curly gegründet und beim Sportverein der Wiener Verkehrsbetriebe wurde 1924 von Leopold Wunsch die erste selbständige Jiu-jitsu-Sektion ins Leben gerufen. Der Kampfstil war damals eine Mischung der zu dieser Zeit üblichen Zweikampfsportarten wie Boxen, Ringen, Jiu-jitsu und Judo. Richtig Fuß fassen konnte Judo in Österreich aber erst nach dem Zweiten Weltkrieg. Im Jahre 1948 schlossen sich die Judo betreibenden Vereine zusam- men und gründeten den „Österreichischen Amateur Judo Verband“ (Ö.A.J.V). Bereits ein Jahr zuvor, 1947, wurde ein „Technischer Ausschuss“ gebildet, aus dem dann 1954 das „Öster- reichische Dan Kollegium“ (ÖDK) hervorging. Den Abschluss dieser organisatorischen Ent- wicklung der ersten Jahre bildete 1958 die Umbenennung des Ö.A.J.V in „Österreichischer Judo Verband“. Seit Beginn des organisierten Judobetriebes, regelmäßig aber erst nach 1948, werden Österreichische Einzel- und Mannschaftsmeisterschaften durchgeführt. Judo gehört seit seinem Bestehen mit fünf Olympischen Medaillen zu den erfolgreichsten Sommersportarten in Österreich. ÖJV - 2. Kyu 23 Page 23 ÖJV - 2. Kyu 24 Page 24 2/1. Kyu (Blaugurt mit braunen Enden) Theorie 1. Wie hat eine Wettkampfausschreibung auszusehen? Eine Wettkampfausschreibung muss folgende Punkte enthalten: • Bezeichnung des Wettkampfes (z.B. Österreichische Meisterschaften) • Name des Ausschreibers • Name des Durchführers • Ort des Wettkampfes • Termin des Wettkampfes (Tag, Datum) • Zeitplan (z.B.: Eintreffen, Beginn und Ende der Abwage, Beginn der Wettkämpfe) • Nennungsschluss (letzter Tag an dem Judoka für diesen Bewerb genannt werden können) • Nenn-/Startgebühr • Teilnahmeberechtigung (z.B.: Judoka mit Judopass und Jahresmarke, ärztliches Attest) • Jahrgänge • Gewichtsklassen • Durchführungssystem (z.B.: Meisterschaftssystem, Viergruppen System, Poolsystem, usw.) • Kampfzeit • Bewertung • Auszeichnung • Wettkamp fl eiter/verantwortlicher Kampfrichter • Proteste 2. Wogegen kann man Proteste einbringen? Ein Protest kann grundsätzlich nur bei Verstößen gegen die Wettkampfordnung beim „Protest- komitee“ eingebracht werden. Vor Behandlung des Protestes ist die „Protestgebühr“ zu bezah- len. Die Protestgebühr beträgt im Allgemeinen das Zehnfache des Nenngeldes. Wird der Pro- test abgelehnt, verfällt die Gebühr, wird der Protest anerkannt, wird die Gebühr zurückgezahlt. Ein Protest gegen eine Kampfrichterentscheidung ist im Allgemeinen nicht möglich. Nur wenn der Kampfrichter eindeutig gegen die Mehrheitsregel verstößt, ist ein Protest möglich. 3. Wie ist der Judosport organisiert? • der JUDOKA ist Mitglied in einem Verein und Anschlussmitglied im ÖJV. • der VEREIN ist Mitglied in einem Landesverband • der LANDESVERBAND ist Mitglied des ÖJV. ÖJV - 2/1. Kyu 25 Page 25 • der ÖSTERREICHISCHE JUDO VERBAND ist Mitglied der EJU. • die EUROPÄISCHE JUDO UNION ist Mitglied der IJF. • die INTERNATIONALE JUDO FÖDERATION (IJF) ist Mitglied im IOC (Internationales Olym- pisches Komitee) 4. Welche Ausbildungsmöglichkeiten für Trainer und Kampfrichter gibt es im Judo? Trainerausbildungsstufen und die Voraussetzungen dafür: Ausbildungsstufe Voraussetzung Mindestgraduierung • Übungsleiter Mindestalter 16 Jahre 1. Kyu • Staatlich geprüfter Instruktor (Lehrwart) Übungsleiterprüfung 1. Dan • Staatlich geprüfter Sportlehrer (für Judo) 1. Dan • Staatlich geprüfter Trainer Instruktorprüfung 2. Dan • Staatlich geprüfter Diplomtrainer Spezielle Ausbildung durch die Sportakademien in Österreich Kampfrichterklassen und die Voraussetzungen dafür: Ausbildungsstufe Voraussetzung Mindestgraduierung • Juniorreferee Mindestalter 16 Jahre, 1. Kyu 3 Jahre Wettkampferfahrung, darf auf Landesverbandsebene bestimmte Wettkämpfe leiten. • Landeskampfrichter Mindestalter 19 Jahre, 1. Dan 3 Jahre Wettkampferfahrung, darf auf Landesverbandsebene alle Wettkämpfe leiten. • Bundeskampfrichter Mindestalter 22 Jahre, 1. Dan 3 Jahre Praxis als Landeskampfrichter 20 Einsätze bei Landes- verbandmeisterschaften, darf auf Bundesebene alle Wettkämpfe leiten. • Internationaler Kampfrichter (IJF-B) Mindestalter 25 Jahre, 2. Dan 3 Jahre Praxis als Bundeskampfrichter, darf im jeweiligen Kontinent (z.B. Europa) Wettkämpfe leiten. • Internationaler Kampfrichter (IJF-A) Mindestalter 29 Jahre, 3. Dan 4 Jahre Praxis als IJF-B- Kampfrichter, darf weltweit Kämpfe leiten, insbesondere auch bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen. ÖJV - 2/1. Kyu 26 Page 26 1. Kyu (Braungurt) Theorie 1. Was geschieht, wenn sich ein Kämpfer verletzt? Zunächst unterbricht der Kampfrichter den Kampf. Es muss festgestellt werden, ob es sich um eine kleine Verletzung (eingerissene Nägel, Nasenbluten usw.) oder um eine ernste Verletzung handelt. Kleine Verletzungen dürften behandelt werden. Verlangt jedoch der Kämpfer selbst den Arzt, ist der Kampf beendet und dieser Kämpfer verliert den Kampf! Wurde die Verletzung infolge einer verbotenen Handlung durch den Gegner verursacht oder handelt es sich um eine ernstere Verletzung ist der Kampf ebenfalls sofort beendet. In diesen Fällen gibt es nun drei Möglichkeiten: • der verletzte Kämpfer ist an der Verletzung selbst schuld - es verliert der verletzte Kämpfer • der nicht verletzte Kämpfer ist an der Verletzung schuld - es verliert der nicht verletzte Kämp- fer • es ist nicht möglich festzustellen, wer an der Verletzung schuld ist - es verliert der verletzte Kämpfer 2. Was ist eine medizinische Untersuchung? Eine medizinische Untersuchung soll der Kampfrichter anordnen wenn: • eine schwerere Verletzung anzunehmen ist (Verletzung an Kopf oder Wirbelsäule) • der Wettkämpfer um eine medizinische Untersuchung bittet (Kämpfer verliert den Kampf - Kiken-gachi) • der Arzt um eine Intervention für seinen Kämpfer bittet (Kämpfer verliert den Kampf - Kiken- gachi) 3. Was ist eine medizinische Hilfe? Eine medizinische Hilfe wird bei kleineren Verletzungen oder Wunden (z.B.: Nasenbluten, ein- gerissener Nagel, usw.) angewendet. Kleinere Wunden können entweder vom Kämpfer selbst oder von einem Arzt versorgt werden. Wenn ein und dieselbe Verletzung bereits zweimal ver- sorgt worden ist und diese ein weiteres Mal auftritt, verliert der verletzte Kämpfer den Kampf (Kiken-gachi). ÖJV - 1. Kyu 27 Page 27 4. Welche Arten von Meisterschaften gibt es? Einzelmeisterschaften Altersklassen Mannschaftsmeisterschaften Vereinsmeisterschaften Alle Klassen Vereinsmeisterschaften Landesverbandsmeisterschaften Alle Klassen Landesverbandsmeisterschaften Österreichische U16, U18, U2 1 , Österr. Schülermannschafts- Meisterschaften U23, Senioren, Kata meisterschaft (m+w), 2. Bundesliga Staatsmeisterschaften Allgem. Klasse, Nage-no-Kata 1. Bundesliga Frauen U18, U21, U23, Europameisterschaften allgem. Klasse, offene Klasse, Europameisterschaft, Europacup Veteranen, Kata U18, U21, Weltmeisterschaften allgem. Klasse, Weltmeisterschaften Kata Olympische Spiele U18 (YOG), Allgem. Klasse 5. Bei welchen Meisterschaften bzw. Turnieren darfst du starten? Die Teilnahmeberechtigung deinem Alter entsprechend fi ndest du in der Wettkampfordnung des Österreichischen Judo Verbandes 6. Was ist im Judo eine „Kata“? Das Wort „KATA“ bedeutet in der japanischen Sprache „fundamentale“ oder „grundlegende Form“. Im Judo, ebenso wie in allen alten Budo-Künsten, werden in einer Kata grundlegende Bewegungsabläufe vorgeführt. Dabei sind sowohl für Tori als auch für Uke alle Abläufe genau festgelegt und lassen daher bei der Vorführung keine großen Änderungen zu. Es gibt Kata, die Würfe, Festhalte-, Würge- und Hebeltechniken bzw. Gegenwurftechniken enthalten und damit den Judo-Wettkampf darstellen sollen. Sie werden als „Randori-no-Kata“ bezeichnet. Es gibt auch Kata, die moderne und historische Verteidigungstechniken gegen An- griffe mit der Faust, mit dem Stock, mit dem Messer, mit der Pistole oder mit dem Schwert ent- halten. Und schließlich gibt es noch Kata, welche die Grundlagen, auf denen Judo aufgebaut ist, darstellen. ÖJV - 1. Kyu 28 Page 28 © Das Prüfungsprogramm ist geistiges Eigentum des Österreichischen Judoverbandes. Jede Art der Vervielfältigung ist nur mit ausdrücklicher schriftlicher Genehmigung des Österrei- chischen Judoverbandes erlaubt. Zuwiderhandeln wird rechtlich verfolgt. ÖJV 29 Page 29 © 2014-2015 judobuermoos.at | E-Mail: info@judobuermoos.at | Facebook: http://www.facebook.com/groups/176725505717298/?fref=ts Design und Umsetzung Ing. Chrstian Kienzl https://www.bluedev.at Top Judo Bürmoos Logo, , Die Datei Kyu-Heft_nurFragenAntworten_20141.pdf herunterladen, __rendered_path__1, Image_181_0, __rendered_path__3, Image_192_0, Image_203_0, Image_204_0, Image_205_0, Image_206_0, Image_207_0, Image_208_0, Image_209_0, Image_182_0, Image_183_0, Image_184_0, Image_185_0, Image_186_0, Image_187_0, Image_188_0, Image_189_0, Image_190_0, Image_191_0, Image_193_0, Image_194_0, Image_195_0, Image_196_0, Image_197_0, Image_198_0, Image_199_0, Image_200_0, Image_201_0, Image_202_0, __rendered_path__33, __rendered_path__34, __rendered_path__35, __rendered_path__36, __rendered_path__37, __rendered_path__38, __rendered_path__39, __rendered_path__40, __rendered_path__42, __rendered_path__43, __rendered_path__44, __rendered_path__46, __rendered_path__47, __rendered_path__48, __rendered_path__49, __rendered_path__50, __rendered_path__51, __rendered_path__52, __rendered_path__53, __rendered_path__54, __rendered_path__55, __rendered_path__56, __rendered_path__57, __rendered_path__58, __rendered_path__59, __rendered_path__61, __rendered_path__62, __rendered_path__63, __rendered_path__64, __rendered_path__65, __rendered_path__66, __rendered_path__67, __rendered_path__68, __rendered_path__69, __rendered_path__70, __rendered_path__71, __rendered_path__72, __rendered_path__9, __rendered_path__17, __rendered_path__5, __rendered_path__4, __rendered_path__7, __rendered_path__6, __rendered_path__8, Image_27_0, Image_34_0, Image_35_0, Image_36_0, Image_38_0, Image_39_0, Image_42_0, Image_43_0, Image_37_0, Image_40_0, Image_41_0, Image_44_0, Image_45_0, Image_46_0, __rendered_path__91, __rendered_path__10, __rendered_path__19, __rendered_path__21, __rendered_path__41, __rendered_path__45, __rendered_path__23, __rendered_path__31, __rendered_path__32, __rendered_path__30, __rendered_path__29, __rendered_path__25, __rendered_path__27, __rendered_path__28, __rendered_path__26, __rendered_path__24, __rendered_path__22, __rendered_path__117, __rendered_path__120, __rendered_path__121, __rendered_path__119, __rendered_path__12, __rendered_path__11, __rendered_path__13, __rendered_path__14, __rendered_path__16, __rendered_path__15, __rendered_path__2, Image_96_0', checksum='ce24e50c35cbaba366d277c98d6777b3' WHERE id='150') thrown in system/modules/core/library/Contao/Database/Statement.php on line 295
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#1 system/modules/core/library/Contao/Search.php(217): Contao\Database\Statement->execute('150')
#2 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(330): Contao\Search::indexPage(Array)
#3 system/modules/core/classes/FrontendTemplate.php(124): Contao\FrontendTemplate->addToSearchIndex()
#4 system/modules/core/pages/PageRegular.php(190): Contao\FrontendTemplate->output(true)
#5 system/modules/core/controllers/FrontendIndex.php(285): Contao\PageRegular->generate(Object(Contao\PageModel), true)
#6 index.php(20): Contao\FrontendIndex->run()
#7 {main}